Herr Koch hat Recht.

11- Über Clubhouse, Marketing und Datenschutz.

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11-Über Clubhouse, Marketing und Datenschutz. Don’t belive the Hype. Das möchte man am liebsten sagen. Aber das Marketing greift. Das Gefühl, etwas zu verpassen ist aktuell in keinem Bereich stärker spürbar als bei Clubhouse. Clubhouse ist ein soziales Netzwerk, das schon seit über einem Jahr aktiv ist aber erst seit kurzem in Deutschland erheblich an Fahrt aufnimmt. Verknappung und Exklusivität sind das Konzept. Beschränkt auf iOS und damit nur auf Apple-Geräte sowie exklusiv per Einladung kann man an diesem Netzwerk teilnehmen. Livegespräche in verschiedenen Chat-Räumen sind möglich. Man kann zuhören aber auch aktiv teilnehmen. Immer vorausgesetzt, man ist erst einmal eingeladen worden. Später gibt es eine Möglichkeit eigene Einladungen auszusprechen. Soweit so gut. Auch wenn man sich die Frage stellt, ob man tatsächlich dabei sein muss und jeden Hype mitmachen muss, gibt es doch einige handfeste rechtliche Fragen und Probleme die auftauchen. Wieder mal ist der Datenschutz das Thema aber auch das Recht am gesprochenen Wort. Die Datenverarbeitung erfolgt in den USA. Die USA sind schon seit langer Zeit - und dies ist nichts Neues mehr - datenschutzmäßig deswegen ein Problem, weil dort nicht der gleiche Datenschutz-Standard gewährleistet werden kann wie in der EU. Um mitzumachen, muss man sich bereit erklären, dass sein Adressbuch aus dem Handy hochgeladen wird zu den Servern von Clubhouse. Zudem erstellt Clubhouse bereits Schattenprofile eben aufgrund dieser Adressbuchdaten. Meldet man sich an und hat jemand anderes bereits die eigenen Daten hochgeladen, erkennt dies Clubhouse und generiert daraus bereits Vorschläge für eigene Follower. Die Gespräche selbst werden von Clubhouse nach den Bedingungen aufgezeichnet und können genauso wie die eigenen und fremden Adressdaten zu werblichen Zwecken verwendet werden. Die Einwilligung erfolgt per AGB. Dies ist in der Regel datenschutzrechtlich aber unzulässig. Wegen all dieser Punkte wird Clubhouse bereits auch von den Aufsichtsbehörden als problematisch eingestuft. Die Landesdatenschutzbeauftragten von Hamburg, Saarland und Baden-Württemberg haben sich hierzu schon kritisch geäußert. Allerdings kann man sagen, dass für die reine private Nutzung ohne Mitschnitte von Gesprächen, was im Übrigen strafrechtlich relevant wäre, oder ohne Upload von Adressbüchern rechtlich keine Probleme bestehen dürften. Im geschäftlichen Kontext sieht es schon ganz anders aus. Theoretisch benötigt man die qualifizierte Einwilligung aller Personen, deren Adressdaten hochgeladen werden, bevor man an Clubhouse teilnehmen sollte. Insoweit könnte es zu Problemen führen, wenn eben diese Personen damit nicht einverstanden sind. Diese Problematik ist nicht neu und bestand bereits bei Facebook und besteht weiterhin bei der Benutzung von WhattsApp. Wer sich also gerade überlegt, WhatsApp den Rücken zu kehren, weil sich demnächst die Nutzungsbedingungen ändern, sollte konsequenterweise dann aber auf die Nutzung von Clubhouse schon von vornherein verzichten. Ansonsten wäre es in etwa so, als würde man von Zigaretten auf Zigarren umsteigen, weil man weiß, dass Zigaretten gesundheitsschädlich sind.


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